Brotgeschichten: Die erste Genussbühne im Kaiserhaus

Rund 20 Personen fanden sich am 27. April in ihrer Mittagspause zur ersten Genussbühne im neu eröffneten Kaiserhaus ein. Ganz im Sinne des Themas „Brotgeschichten“ gingen die Tickets weg wie warme Semmeln.

Die Genussbühne ist eine Eventreihe des RegioFood Hubs, die in Kooperation mit dem Kaiserhaus of Goods realisiert wird. Sie schafft Raum für direkte Begegnungen zwischen Konsument:innen und regionalen Produzent:innen und ermöglicht Einblicke in das, was hinter unseren Lebensmitteln steckt. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Produkte selbst, sondern auch die Menschen dahinter: Produzent:innen, Köch:innen und Lebensmittelunternehmer:innen, die ihre Geschichten, Ideen und Visionen für eine starke regionale Ernährung teilen.

Genau solche Geschichten, wie sie Patrik Bohnenblust über (Sauerteig)brote erzählen kann. Dass die Brote nicht nur mit viel Wissen, sondern auch mit viel Liebe und Leidenschaft hergestellt werden, merkt man schnell, wenn man Patrik zuhört. Der Berner Brotsommelier führt gemeinsam mit seiner Frau Karin Leuenberger die etablierte Bäckerei Bread a porter. In der letzten verbliebenen Backstube der Berner Altstadt entstehen dort täglich hochwertige Brotkreationen aus überwiegend lokalen und natürlichen Rohstoffen.

Foto: Mascha Theiler

Mit einem Augenzwinkern teilte Patrik seine persönliche Lebensweisheit: «Gutes Brot essen und geniessen, dann lebt man 2,5 Tage länger.» Tatsächlich gilt Sauerteigbrot als bekömmlicher als klassisches Hefebrot und kann insbesondere für Menschen mit einer leichten Weizenunverträglichkeit besser verträglich sein.

Beim Anblick der vielfältigen Auswahl auf dem Tisch und dem Duft von frisch gebackenem Brot lief vielen Brotliebhaber:innen das Wasser im Mund zusammen. Als Patrik eine Urdinkelstange leicht zusammendrückte und das charakteristische Knuspern den Raum erfüllte, wurde auch akustisch erlebbar, was gutes Brot ausmacht. Dieses Geräusch, erklärte er, bleibe bei Sauerteigbrot auch noch am nächsten Tag erhalten. Sauerteigbrote bleiben nämlich deutlich länger frisch als reine Hefebrote.

Foto: Mascha Theiler

Das Brot frisch geschnitten, wurden dann auch die letzten zwei Sinne aktiviert. Wie vielfältig die Brotkreationen des Sauerteigtüftlers sind, erfahren die Teilnehmenden beim Degustieren. Wer schmeckt die feinen Umami-Noten im Pfläfaflade, die durch das geröstete Soja entstehen? Was hat es mit dem Brotgewürz im Urkorn auf sich? Mit was kombiniert man das Oliven Chiabatta am besten? Als Brotsommelier weiss Patrik nämlich ganz genau, welche Geschmackskombinationen am besten mit welchem Brot harmonieren. 

Auch die regionalen Aufstriche tragen inspirierende Geschichten

Zum Brot gab es lokale Aufstriche von sechs verschiedenen Produzen:innen aus der Region. Die Brotaufstriche von Legu Vegu,New Roots AG, Löwenzahnmanufaktur, Schweikhof,FOODOO und Biohof Zaugg waren in der darauffolgenden Woche an der Testbar im UG des Kaiserhauses erhältlich und jeweils von 17 bis 19 Uhr auch vor Ort zu degustieren. 

Foto: Mascha Theiler

Eine Symbiose im Feld und im Brot 

Den Abschluss bildete das “Bohnenblust”, eine Hommage an Patriks Familiennamen. Die verwendeten Ackerbohnen und Waldstaudenroggen wachsen im selben Feld in einer natürlichen Symbiose. Während der Roggen der Bohne Stabilität gibt, reichert diese den Boden mit Stickstoff an. Diese Symbiose konnten die Teilnehmenden dann auch noch zuhause geniessen und nachwirken lassen. Patrik schenkte nämlich zum Abschluss allen ein “Bohnenblust”. Auch nach der Veranstaltung blieb das Interesse gross. Viele nutzten die Gelegenheit, um weiter nachzufragen und ins Gespräch zu kommen.

Die Genussbühne machte regionale Wertschöpfung konkret erlebbar und stärkte das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel.

Wer tiefer in die Welt des Brotes eintauchen möchte, hat dazu auch ausserhalb der Genussbühne Gelegenheit: Patrik Bohnenblust bietet mit seiner „Tour de Pain“ Führungen durch die Berner Altstadt sowie Brotbackkurse an.

Hat dich das “Glustig” für die nächsten Genussbühnen gemacht?

Zu Gast auf der Genussbühne am 29. Juni: Lino Meister von ONRI Ferments mit Einblicken in die Welt von umami und warum Fermentation der Schlüssel dazu ist. Freut euch auf Dashi, Miso und ausgewählte regionale Produkte zum Degustieren. Tickets frühzeitig sichern!

Alle aktuellen Veranstaltungen findest du hier: Aktuelles — RegioFood Hub.  Für die Bequemen: Mit unserem Newsletter (Registration ganz unten auf unserer Website) bleibst du über unsere Aktivitäten und Events auf dem Laufenden. Hast du ein Thema für die Genussbühne oder möchtest das Format bei dir durchführen? Gerne kannst du dich bei Mascha melden.

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